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Im Herzen des Côtes du Rhone, ist Sablet ein provençalisches
Dorf mit engen Gassen, die man Calades nennt. Diese Caladen drehen sich
wie eine Wendeltreppe hoch bis zur Kirche und ihrem Glockenturm, welche
mit einem kunstfertigen Campanile geschmückt ist. Hier fügt
sich „la Douceur de vivre“ ins alltägliche ein. Wieso
sollte man also keine Lust haben in einem solchen Dorf anzuhalten, wo
die Devise „Fidelis et tutis“ (Treue und Ganzheit) schon einiges
verspricht.
Das alte Dorf ist eingeschlossen von dicken Wehrmauern, den Barrys, errichtet
im XI Jahrhundert und heute restauriert von einer Bürgerinitiative
mit dem Gleichen Namen „Les Barrys“.
Historisch erscheint Sablet 1274 als der König Philippe III „Le
Hardi“ das Dorf an Papst Gregoire X abgibt. Dem Papst schören
die Sablétains die Treue am 02 Februar 1274, im Rahmen des Saint
André des Ramières.
Während der Französischen Revolution entscheidet das Comtat
Venaissin „siegen oder sterben mit dem Heiligen Stuhl“. Aber
1791werden das Comtat und die Staaten d‘Avignons, durch ein Décrét,
dem Französischen Empire eingegliedert.

Die alten Bauten
Die Kirche dem heiligen Nazaire geweiht, war ursprünglich
eine römische Kapelle, gebaut nach dem Sarrazener – Einfall.
Mit den Jahren hat sie viele Zerstörungen und Umbauten erfahren.
Im Inneren kann man zwei Statuen bewundern, den Saint Roch, Schutzpatron
der Gemeinde und den Saint Nazaire, Schutzpatron der Kirche. Die Steinmetzarbeiten
des Altars und des Epistel – Pults sind Arbeiten ansässiger
Künstler. Zur Weihnachtszeit muss man unbedingt die Krippe bewundern,
deren Santons mehr als hundert Jahre zählen.
An der Ausfallstrasse nach Carpentras steht die Kapelle Saint Roch. Sie
erinnert an die Pest von 1720, welche in der Provençe wütete.
Damals errichtete man die „Mur à Vénasque“ oder
auch Pestmauer genannt. Aber die Sablétains beten zu ihrem Dorf
– Heiligen und bauen zum Dank diese schlichte Kapelle, zur Zeit
in Restaurierung.
Ein wenig weiter, neben dem Friedhof, steht die Kapelle des Saint Nazaire,
ein Bauwerk zwischen dem XII und XIV Jahrhundert. Lange Zeit vernachlässigt,
ist sie von den „Compagnons de Barrys“ erneuert worden und
dient heute als Konzert- und Ausstellungsort.
Eine weitere Besonderheit des Dorfes sind die Brunnen und Waschhäuser,
gespeist werden sie von den Quellen des Berges „Chevalong“.
Ein wichtiges Element des täglichen Lebens im letzten Jahrhundert.
Das Café „COCO“
Vor einiger Zeit, bereits Vergangenheit, war das heutige
Restaurant „Les Abeilles“ das sogenannte Café Coco.
Neben dem Bahnhof erbaut war es Hotel, Restaurant und sehr bekannt für
seinen Ballsaal mit 80 qm Tanzfläche. Ein berühmtes Etablissement
der Gegend war es auch dem Fortschritt offen und bekam bereits 1928 die
Elektrizität installiert. Auch wurde die alte Viole gegen einen Plattenspieler
ausgetauscht. Es wurden Wettbewerbe wie Rollschuhlaufen, Pétanque
oder Boxkämpfe ausgetragen. Während der Kriegsjahre, im Winter,
diente der Saalbau der Genossenschaft der Weinsetzlinge oder auch als
Klassenzimmer. Später als Privatclub oder Discothèque begann
der Abstieg. Mit Freude sieht das Dorf die neue Veränderung des Hauses.
Die grossen Arme der alten Platanen schaudern vor Freude, bereit, ihren
Schatten an heissen Tagen den Gästen zu schenken.
Sablet sitzt im Herzen der Sommerfestspiele. Man kann
sich wirklich nicht langweilen zwischen den berühmten Choregie d’Orange,
dem Musik- und Tanzfestival in Vaison la Romaine oder dem Theater Event
in Carpentras. Dazu kommt dass Sablet mit seiner „Journée
du livre“ mit dabei ist im Festivalreigen der Region.
Diese Kulturveranstaltung findet immer Ende Juli statt und verändert
das Dorf in einen riesigen Buchladen unter freiem Himmel.1987 gegründet
von den Compagnons de Barrys, kommen heute bis zu 15000 Besucher, welche
sich um mehr als 100 Autoren aller Genre drängen. Der Sinn ist das
Buch und das Lesen zu feiern. Ungezwungen und frei im Schatten und in
Hofeinfahrten über das eine und andere zu diskutieren oder einem
Vortrag zu lauschen. Der Tag endet mit dem ersten Preis für den besten
Roman: ein Scheck und das Aufwiegen des Autors mit echtem Côte du
Rhone Wein. Ein herrlicher Tag im Sinn der Lebensfreude.
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